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Der nächste Schritt für Ada!?

June 2, 2021

BRAINWAVE INSIGHTS

Quelle: eigene darstellung

Der nächste Schritt für Ada Health!?

Ada Health zählt zu den innovativsten Vorreitern im deutschen Digital Health Markt - mit einer globalen Präsenz. Seit 2011 bietet das Berliner Startup einen KI-gestützten Symptomchecker namens "Ada" an und kann Patient:innen (und Ärzt:innen) helfen bessere Entscheidungen zu treffen. Aus unserer Sicht hat Ada das Potenzial den Patientenpfad in vielen Bereichen grundlegend zu verändern! So könnten wir in Zukunft einen intelligenten Algorithmus, wie den Ada Chatbot, zu Symptomen oder Medikamenten befragen, bevor wir zu Ärzt:innen oder in die (Online-) Apotheke gehen. Je mehr Daten über die Jahre gesammelt und ausgewertet werden, desto akkurater und effektiver wird der Algorithmus. Heute hat Ada bereits über 23 Millionen Symptomanalysen durchgeführt und vereinfacht weltweit den Zugang zur Gesundheitsversorgung - auch in Ländern mit schwächeren Infrastrukturen. In einer Series B Finanzierungsrunde hat das Team nun EUR 74 Millionen eingesammelt, um die in der App verwendeten Technologien weiterzuentwickeln und global stärker zu expandieren - Fokus soll hierbei der US-Markt werden.

Partnerschaft im Pharma-Bereich

Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von Leaps by Bayer, der Impact-Investment-Einheit des Pharma-Giganten Bayer AG. Aber nicht nur Ada soll von dem großen Investment profitieren, Bayer und Ada planen eine strategische Partnerschaft einzugehen. Dr. Jürgen Eckhardt von Bayer sieht „Investitionen in bahnbrechende Technologien, die den digitalen Wandel im Gesundheitswesen voranbringen als einen strategischen Meilenstein sowohl für Leaps by Bayer als auch für den Gesundheitsbereich im Ganzen”. Bayer geht damit keinesfalls erste Wege im Bereich Digital Health (siehe Bayer G4A), dennoch ist eine strategische Partnerschaft ein großer Schritt hin zur Patientenzentrizität und eine neuartige Kooperation für den Konzern. Das Verständnis von Kundenbedürfnissen und datengetriebenen Prozessen sind auch in der pharmazeutischen Forschung und Vermarktung ein kritischer Erfolgsfaktor. Der "Beyond the Pill"-Ansatz bezieht in den Therapieerfolg auch Faktoren wie z.B. Lebensumstände, Lifestyle und Convenience ein. So werden neben dem Medikament ergänzende (digitale) Services aufgebaut, welche die Medikamentenadhärenz steigern, Ängste und Risiken mildern oder Informationsasymmetrien in der Therapie auflösen. Daten - und davon hat Ada viele - spielen in der gesamten Wertschöpfungskette eines forschenden Pharma-Unternehmens eine wesentliche Rolle. Die Absprachen zur Partnerschaft laufen aktuell noch. Ob Ada in Zukunft also Medikamentenempfehlungen direkt aus der App geben wird bleibt noch abzuwarten.

Fazit:  Für uns ist es völlig klar, dass eine Lösung wie Ada in Zukunft ein essentieller Bestandteil der Gesundheitsversorgung sein wird. Nachdem es etwas still um das Startup geworden war, freuen wir uns umso mehr, dass Ada nun ein beachtliches Funding einsammeln konnte, um weiter zu machen. Gleichzeitig fragen wir uns wie die Entwicklungen in Deutschland aussehen werden: Wie kommt eine derart wichtige Lösung in die Regelversorgung? Wie können Ärzt:innen erreicht werden, um mit den Daten und Analysen bessere Entscheidungen zu treffen? Die Expansion in den USA überrascht niemanden - dort hat das Startup bessere Chancen Geld zu verdienen. Auch die Partnerschaft mit einem Pharma-Giganten überrascht nicht - aus dem gleichen Grund. Wir sind jedenfalls gespannt was Ada in den nächsten Monaten mit dem neuen Funding machen wird!

REGULARIEN

Es wurden umfassende neue Regelungen und Reformen vom Bundesrat gebilligt
Neben Ärzt:innen können zukünftig auch Apotheker:innen Nachtragungen im digitalen Impfpass durchführen. Die Länderkammer gab außerdem seine Zustimmung für mehr Digitalisierung in Gesundheit und Pflege durch Angebote wie eRezepte und Videosprechstunden. Mehr

Feldtest zum digitalen Impfnachweis des BMG ist angelaufen
In Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wird derzeit zum ersten Mal der digitale Impfnachweis getestet. Zufällig ausgewählte Personen können freiwillig am Test teilnehmen und erhalten bei ihrer ersten Impfung den digitalen und ausgedruckten Nachweis. Später sollen die Nachweise per Post verschickt oder durch Ärzt:innen und Apotheker:innen ausgestellt werden. Mehr

Das eRezept wird erst einmal nur für Kassenpatienten zur Verfügung stehen
Am 01. Juli soll das eRezept zur Verfügung stehen, jedoch nicht für Privatpatienten. Das liegt vor allem an zu vielen ungelösten Fragen zur Einbindung von Privatrezepten. Die Gesetzgebung und die gematik haben sich bei der Planung eher auf den GKV-Bereich konzentriert. Mehr

Weitere Änderungen des Gesetzes zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege
Für Apotheken, die im Zusammenhang mit dem eRezept und Medikationsplänen stehen werden beispielsweise die elektronischen Verordnungen auch bei BtM- und T-Rezepten ab Januar 2023 verpflichtend. Der elektronische Medikationsplan soll ab dem 01. Juli 2023 in eine eigene, von der elektronischen Gesundheitskarte unabhängige, TI-Anwendung überführt werden. Mehr

Der Streit um die ePA zwischen Ulrich Kelber und Jens Spahn geht weiter
Der Bundesdatenschützer hält die Umsetzung der ePA zu diesem Zeitpunkt noch für rechtwidrig und könnte den Krankenkassen die Einführung untersagen. Es geht vor allem um die Regelung der dokumentengenauen Freigabe. Kelbers Vorstellungen lassen sich allerdings laut gematik nicht realisieren, hält die Umsetzung der ePA zum angegebenen Zeitpunkt aber dennoch für möglich. Mehr

PICK OF THE WEEK

Nächste Woche geht die DMEA vom 07. bis zum 11. Juni in die nächste virtuelle Runde und wir freuen uns schon darauf viele bekannte und auch neue Gesichter der Digital Health Szene zu sehen!

Das Programm ist sehr umfangreich und auch wenn alle Themengebiete sehr spannend sind, freuen wir uns ganz besonders auf folgende Panels:

  • - "App vom Arzt" – DiGA auf dem Weg in die Versorgung
  • - Behandlungsergebnisse kommen in die ePA – Bilddaten nicht?
  • - Cloud-Computing als Bindeglied eines innovativen Gesundheitswesens

Wo kann das Konzept der DiGAs weiter optimiert werden? Wie genau wird die Umsetzung der ePA in Zukunft aussehen? Und welche Chancen haben Ansätze wie Cloud-Computing in der Digital Health Welt? Wir sind gespannt darauf, welche Antworten wir finden und werden Euch im Anschluss erzählen, welche Insights wir von der DMEA mitnehmen konnten.

Hier geht es zum Programm.

Bildquelle: DMEA Webseite


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