Studie zu digitalen Lösungen in den Bundesländern

Mar 6, 2024
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Bildquelle: iStock / pcess609

BRAINWAVE INSIGHTS

Studie zu digitalen Lösungen in den Bundesländern

Letzte Woche veröffentlichte die Gesundheitsstadt Berlin die Studie "Digitale Lösungen aus den Bundesländern: Antworten auf den demografischen Wandel und den Ärztemangel im ländlichen Raum". Diese beschäftigt sich mit digitalen Strategien und konkreten Projekten sowie den Herausforderungen und ihren jeweiligen Lösungsansätzen der verschiedenen Länder im Gesundheitswesen.

Innovationen und digitale Lösungen für eine bessere Versorgung

Das Ziel der Studie ist es, die Bedeutung der Digitalisierung und sektorenübergreifender Vernetzung hervorzuheben, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Der Fokus liegt insbesondere auf den ländlichen und strukturschwachen Regionen. Eine Verbesserung soll u. a. durch die sinnvolle Bündelung und die intelligente Verzahnung von qualitativ hochwertigen Strukturen geschaffen werden. Dabei wird der Leitsatz "Präventiv und digital vor ambulant und stationär" als zukunftsweisend angesehen.

Bundesländer auf dem Weg in eine bessere digitale Zukunft

Im ersten Teil der Studie zeigen die Gesundheitsminister ausgewählter Bundesländer auf welche spezifischen digitalen Maßnahmen und Projekte sie in ihren Ländern umsetzen. Dabei geht es bspw. um die Schaffung von Primärversorgungszentren, die Nutzung telemed. Anwendungen, die Entwicklung digitaler Gesundheitsplattformen oder die Förderung der Digitalisierung in der Pflege. Hier bekommen Leser:innen einen super Einblick, was zur Zeit schon alles umgesetzt wird. Beispielsweise hat Baden-Württemberg bereits 2017 eine Strategie zur Digitalisierung in Medizin und Pflege auf den Weg gebracht und fördert inzwischen bereits rund 50 Projekte mit über 20 Mio. Euro.

Pioniergeist in den Ländern

Im zweiten Teil der Studie werden ganz konkrete Projekte und Startups vorgestellt, u.a. mit dabei:

  • Recovery Cat aus Berlin, eine digitale Psychotherapiebegleitung zur gemeinsamen Entwicklung individueller Behandlungswege für Patient:innen sowie Behandler:innen.
  • GeRas - Geriatrische Rehabilitationserfolge nachhaltig sichern“ aus Baden-Württemberg, ein durch den Innovationsfonds gefördertes Modellprojekt, bei dem erstmals ein mehrdimensionales, sektorenübergreifendes 12-wöchiges Nachsorgeprogramm im Anschluss an eine stationäre geriatrische Rehabilitation angeboten wird. Unterstützt wird dies durch den Einsatz einer telemed. Plattform, die den beteiligten Kliniken eine dezentrale Infrastruktur zur Verfügung stellt.

Brainwave Fazit: Die Gesundheitsversorgung muss digitalisierter werden! Schön zu sehen, dass es bereits viele spannende Ansätze, Projekte, Startups und Pioniergeist in den Ländern gibt. Die Länder verfolgen dabei individuelle Ansätze und Projekte, die aufzeigen, dass eine kooperative und innovative Herangehensweise essenziell für die Zukunft der Gesundheitsversorgung ist. Wir finden, ein Blick in die Studie lohnt sich.

REGULARIEN

Startschuss der Basispilotierung in zweiter TI-Modellregion

Nach der Aufbauphase der zweiten TI-Modellregion der gematik Mittel-, Ober- und Unterfranken startet die Erprobung von Anwendungen wie dem E-Rezept, KIM und der elektronische Patientenakte. Diese werden in den nächsten drei Monaten getestet, mit dem Ziel, die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen in die kontinuierliche Weiterentwicklung einfließen zu lassen. Mehr

Lauterbach plant E-Rezept-Anpassungen

Nach einigen Stolpersteinen seit der Einführung des E-Rezepts plant der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nun Anpassungen rund um die Prozesse anzugehen. Unter anderem werden Änderungen bei folgenden Problempunkten adressiert: Vereinfachung in der Heimversorgung, Korrektur der Berufsbezeichnung, Anreize zur Mehrfachverordnung. Diese Informationen können einem Brief des Ministers an den SPD-Abgeordneten Matthias Mieves entnommen werden. Mehr

Testphase für elektronische Betäubungs­mittelrezepte startet ab Oktober

Ab 1. Oktober 2024 ist eine Testphase für elektronische Betäubungsmittelverordnungen geplant, dies geht aus einem Referentenentwurf der vierten Änderungsverordnung der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung hervor. Obwohl seit dem 1. Januar 2024 das elektronische Rezept für alle Ärzt:innen verpflichtend ist, sind Betäubungsmittel bisher von dieser Regelung ausgenommen und müssen weiterhin analog verschrieben werden. Dies soll sich zukünftig ändern. Mehr

Forschungsministerium präsentiert Eckpunkte für Forschungsdatengesetz

Das geplante Forschungsdatengesetz (FDG) soll Forschungsdaten leichter zugänglich machen und den Datenschutz anpassen. Kernpunkte umfassen die Schaffung von Metadatenkatalogen, Erleichterungen beim Datenaustausch zwischen Forschung und Wirtschaft, rechtliche Anpassungen für den Umgang mit personenbezogenen Daten, und die Einführung eines gesetzlichen Anspruchs auf öffentliche Daten für die Forschung. Zusätzlich soll ein deutsches Micro Data Center den Zugang und die Verknüpfung von Daten erleichtern. Mehr

DIGA UPDATE

Statusänderung auf dauerhaft für DiGA priovi

priovi, eine von der GAIA AG entwickelte DiGA für Patient:innen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, zeigte in ihrer RCT-Studie eine statistisch signifikante Reduktionen der Borderline-Symptome nach drei sowie sechs Monaten. Zusätzlich wurde bei den Nutzer:innen eine Verbesserung bezüglich depressiver und Angstsymptome festgestellt, und es traten weniger Suizidversuche auf als in der Kontrollgruppe. Mehr

VERANSTALTUNGEN

(Auswahl)

14.03.2024: Fachtagung KRITIS

  • Thema: Krankenhaus in Krise, Terror, Krieg: Wie vorbereitet sind unsere Krankenhäuser auf Bedrohungen (Cyber, Terror, Kriegs- und Katastrophenfall)?
  • Veranstalter: Gesundheitsstadt Berlin und Unfallkrankenhaus Berlin
  • Wo/Wann: 14. März 2024 von 08:30 - 16:00 Uhr in der Warener Str. 7 - 12683 Berlin
  • Hier der Link zum Programm, Übersicht der Speaker:innen und Anmeldung

21.03.2024: Connection Health

  • Thema: connection:health x Redcare Pharmacy: Arzneimittelversorgung und Apothekenmarkt der Zukunft
  • Veranstalter: connection:health
  • Wo/Wann: 21. März 2024 ab 19:00 im Basecamp (Mittelstraße 51 - 10117 Berlin)
  • Panelgäste: Lukas Löffler (Senior Manager Public Affairs bei Redcare Pharmacy), Henning Stötefalke (Leiter des Hauptstadtbüros DAK-Gesundheit), Anike Oleski(Inhaberin bei MediosApotheke), Melanie Dolfen (Inhaberin Bezirks Apotheke, Neue Bezirke und GesundBar)
  • Hier der Link für weitere Infos und Einblicke; Die Anmeldung erfolgt unter info@connection-health.de (mit Name und Unternehmen)

Plant Ihr eine Veranstaltung im Gesundheitsbereich und diese sollte nicht in unserem Newsletter fehlen? Meldet Euch gerne bei uns!

CO-WORKING BEI BRAINWAVE

Digital Health Startups aufgepasst: Wir bieten Euch modernen Office Space im Herzen Berlins!

HALLO

In unserem Loftbüro nahe dem Berliner Hauptbahnhof bieten wir Digital Health Start Ups die Möglichkeit Teil unseres Coworking Spaces zu werden. Vernetzt Euch mit anderen Untermieter:innen, profitiert von Benefits wie Müslibar sowie voll ausgestatteten Meetingräumen und nutzt unser Office für Eure Events und Veranstaltungen.

Wir freuen uns immer, Euch mit Expert:innen aus unserem Netzwerk zusammenzubringen und Euch so eine Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Falls Ihr mehr erfahren wollt oder Fragen habt, meldet euch einfach bei: maria.syska@brainwave-hub.de.

Wir freuen uns auf Euch!

PICK OF THE WEEK

BARMER Arztreport 2024: Digitale Gesundheitsanwendungen – DiGA

Besonders spannend fanden wir das Kapitel „DiGA aus der Perspektive von Behandlerinnen und Behandlern“, in dem Daten aus einer Umfrage unter Ärzt:innen und psychologischen Psychotherapeut:innen (n = 1.000) von November und Dezember 2023 ausgewertet und analysiert wurden. Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Take Aways:

  • Circa 95 % der Ärzt:innen ist die Möglichkeit der DiGA-Verordnung grundsätzlich bekannt. Ein Drittel schätzt den eigenen Informationsstand jedoch als schlecht oder sehr schlecht ein.
  • Die meist genutzte Informationsquelle sind Publikationen in Fachzeitschriften.
  • 56 % der Ärzt:innen gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten wenigstens eine DiGA verordnet zu haben. Nur 2,5 % der Befragten gaben dabei Verordnungsmengen an, durchschnittlich einer Verordnung pro Wocheentsprachen.
  • Es zeigen sich höhere Verordnungszahlen, wenn Behandler:innen auch selbst (beliebige) Gesundheits-Apps nutzen.
  • Die Option zur Verordnung einer DiGA wird von einem weit überwiegenden Teil der Behandler:innen grundsätzlich positiv bewertet.
  • 46,5 % der Befragten machten häufig oder sehr häufig die Beobachtung, dass die DiGA die Behandlung sinnvoll unterstützte.
  • 19 % der Ärzt:innen vermuten, dass eine zuvor verordnete DiGA häufig oder sehr häufig von Patient:innen nicht genutzt wurde.
  • Kritisch eingeschätzt werden v.a. das Kosten-Nutzen-Verhältnisbei DiGA, als auch die eigene Vergütung.

Hier der Link zum Report. Viel Spass beim Lesen!

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Bildquelle: BARMER Arztreport 2024

Den gesamten Newsletter mit Presseschau und einem Überblick der Finanzierungsrunden im Digital Health Startup Markt findest Du hier.
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