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Neue DiGA-Welle

October 13, 2022

BRAINWAVE INSIGHTS

Bildquelle: iStock / ipopba

Drei Neuzugänge bei den DiGAs

Nach der Aufnahme von optimune am 14. Juli 2022 war es einige Zeit ruhig im DiGA-Verzeichnis des BfArM. In den letzten Wochen wurden dafür gleich drei neue DiGAs aus unterschiedlichen Indikationsbereichen vorläufig aufgenommen. Wir möchten Euch die Neuzugänge kurz vorstellen:

re.flex: Mithilfe einer App und zwei Sensoren sollen Patient:innen mit Gonarthrose eine angeleitete und kontrollierte Sport- und Bewegungstherapie zur Verfügung gestellt bekommen. Gonarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Kniegelenks, welche mit einer Zerstörung des Gelenkknorpels einhergeht. Durch die Bewegungssensoren gibt re.flex unmittelbares Feedback zu der Ausführung von physiotherapeutischen Übungen in der digitalen Gesundheitsanwendung. (DiGA-Verzeichnis)

Endo-App: Das Angebot der Endo Health GmbH bietet Frauen mit Endometriose eine multimodale Unterstützung. Bei einer Endometriose breitet sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter aus. Sie zählt zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und äußert sich z.B. durch Bauchschmerzen und Zyklusunregelmäßigkeiten. Durch die Endo-App sollen Frauen beim Selbstmanagement unterstützt werden und ihre Lebensqualität dadurch erhöht werden. Dies wird u.a. durch ein Symptomtagebuch, wissensvermittelnde Elemente und validierte Fragebögen erreicht. (DiGA-Verzeichnis)

sinCephalea: Die digitale Gesundheitsanwendung der Perfood GmbH ist eine leitliniengerechte Migräneprophylaxe, welche Patient:innen in einer 12-wöchigen Anwendungsphase schrittweise an ernährungsmedizinische Erkenntnisse heranführt und eine Lebensstilveränderung unterstützt. Auf der Grundlage individiueller Blutzuckerreaktionen auf Nahrungsmittel werden personalisierte Empfehlungen für eine niedrig-glykämische Ernährung gegeben. Diese Empfehlungen werden um Lektionen zu u.a. Migräne, Ernährung und Stressreduktion ergänzt. (DiGA-Verzeichnis)

Im Kontrast zu den drei Neuzugängen stehen leider vier "Streichungen" aus dem Verzeichnis. Dazu gehören Lösungen von M-sense, Mika, Rehappy und zuletzt ESYSTA. Dem Hersteller von M-sense drohen nun sogar hohe Rückzahlungen.

Fazit: Einerseits sehen wir es als positive Entwicklung, dass stetig neue Indikationen durch die DiGAs abgedeckt werden können. Anderseits zeigen die gestrichenen DiGAs, dass die Anforderungen der Zertifizierung stark gestiegen sind und vorläufig aufgenommene DiGAs noch lange nicht auf der sicheren Seite sind.

REGULARIEN

Erste Krankenkasse führt Online-Authentifizierung per Personalausweis ein

Die Versicherten der pronova BKK können sich nun mit dem neuen Personalausweis (nPA) für die Nutzung der Kassen-App registrieren und somit bisherige aufwändige Post-Ident-Verfahren und PIN-Briefe umgehen. Künftig sollen auch die Authentifizierungen für ePA und eGK über dieses Verfahren laufen. Mehr

eRezept-Einlösung über eGK könnte sich verzögern

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Ulrich Kelber, und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnen die gematik vor unberechtigten Zugriffen, die die Übermittlung von eRezepten über die eGK mit sich bringen könnte. Helfen könnte die zur eGK zugehörige PIN, über die aktuell nur sehr wenige Versicherte verfügen. Eine Verzögerung der Einführung könnte dazu führen, dass Ärzt:innen aus der Einführung aussteigen. Die KV Westfalen-Lippe unterstütze das eRezept-Projekt nur, wenn Versicherte binnen drei Monaten Rezepte über ihre eGK einlösen können. Mehr

Erste Behörte startet eAU für Arbeitgeber

Durch eine selbst entwickelte digitale Schnittstelle zur GKV kann die Thüringer Landesverwaltung digitale AU-Daten ihrer Beschäftigten direkt von der Krankenkasse erfassen. Gesetzlich verpflichtet sind Arbeitgeber dazu erst ab Januar 2023. Mehr

Apothekenkammer erzielt Unterlassungserklärung von Wellster Healthtech Plattform

Die Apothekenkammer Nordrhein (AKNR) ging gegen die Plattform „mysummer.de“ vor, weil diese aufgrund von Werbung für Notfallkontrazeptiva und dem Versand solcher Arzneimittel gegen das Heilmittelwerbegesetzt (HWG) verstößt. Die Website gehört zur Münchner Wellster Healthtech Group GmbH und bietet niederschwellige telemedizinische Angebote im Bereich Frauengesundheit an. Mehr

gematik beginnt wissenschaftliche Befragung zum eRezept

Seit dem 04. Oktober können Versicherte, Praxen und Apotheken an der Wissenschaftlichen Evaluation (WEV) der gematik teilnehmen. In der offenen Befragung sollen Erfahrungen mit dem eRezept erfasst werden. Adressiert werden auch diejenigen, die das eRezept bislang noch nicht genutzt haben. Teilgenommen werden kann noch bis zum 19. Oktober. Mehr

Erarbeitung der BMG-Digitalisierungsstrategie ist in vollem Gange

Am Dienstag (11.10.) fand das siebte von acht Fachforen des Bundesministeriums für Gesundheit statt. Unter dem Thema „Technologien und Anwendungen“ fanden sich Expert:innen verschiedener Akteursgruppen aus dem Gesundheitswesen und der Pflege zusammen, um Ideen für die Versorgung zu entwickeln. Mehr

PICK OF THE WEEK

Digitaler Medikationsplan soll Arzneimitteltherapie transparenter und sicherer machen

Bildquelle: BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung / Arzneimittelreport 2022

Im Oktober veröffentlichte das BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung den „Arzneimittelreport 2022 – Arzneimitteltherapie 2025. Sicher. Digital.“, der ein Konzept für eine erfolgreiche digitale Unterstützung der Arzneimitteltherapie vorlegt.Seit Anfang 2022 sind gesetzliche Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten einen elektronischen Medikationsplan (eMedikationsplan) zur Verfügung zu stellen. Derzeit müssen Praxen und Versicherte diese Daten jedoch manuell in der ePA erfassen.Für die Verordnung und Abgabe eines Arzneimittels ist es notwendig, dass sowohl Ärzt:innen als auch Apotheker:innen alle Informationen zur/zum Patient:in vorliegen. Unterstützung bieten würde eine automatisierte digitale Arzneimittel-Dokumentation, wie ein digitaler Medikationsplan, der diese Informationen in Echtzeit bereitstellen könnte.Warum ist ein digitaler Medikationsplan notwendig? Innerhalb der letzten 10 Jahre wurden Versicherte durchschnittlich...

  • von Ärzt:innen aus 21 verschiedenen Praxen behandelt
  • 76 Arzneimittel-Rezepte verschrieben
  • 20 verschiedene Wirkstoffe verordnet

Welche Potenziale hat ein digitaler Medikationsplan?

  • Vermeidung von Wechselwirkungen aufgrund fehlender Übersicht über die Gesamtmedikation bei Verordnung
  • Bei ambulanter und stationärer Aufnahme haben Krankenhäuser einen Überblick über die Gesamtindikation von Patient:innen
  • Effektiveres Risikomanagement bei Arzneimittel-Produktionsfehlern

Den gesamten Report sowie drei vom Innovationsfonds geförderte Modellprojekte zum digitalen Medikationsmanagement findet Ihr hier.

Den gesamten Newsletter mit Presseschau und einem Überblick der Finanzierungsrunden im Digital Health Startup Markt findest Du hier.
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