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HIMSS EUROPE 2022 - Wir waren dabei!

June 23, 2022

BRAINWAVE INSIGHTS

Bildquelle: HIMSS

HIMSS EUROPE 2022 - Wir waren dabei!

Nach zwei Jahren Pandemie-bedingter Pause, fand endlich wieder der europäische Ableger der HIMSS in Helsinki statt. Der Teilnehmerkreis hat sich aus den unterschiedlichsten Disziplinen – Industrie, Startup-Szene, Politik und Interessenverbänden – zusammengesetzt und konnte somit ein großes Spektrum von Themen konstruktiv diskutieren.

Hier sind unsere drei Key Take-Aways:

1. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens
in Europa ist in vollem Gange und wurde durch die Pandemie beschleunigt. Nichtsdestotrotz fehlt bei Leistungserbringern und Patient:innen oftmals der Blick für den Mehrwert. In Diskussionsrunden und Vorträgen wurde wiederholt gefordert, durch Weiterbildung und Informationskampagnen der relevanten Akteure, diesbezüglich mehr Klarheit zu schaffen. Wer die Verantwortung dafür tragen soll, ist allerdings unklar geblieben.

2. Nutzung & Austausch von Gesundheitsdaten rücken verstärkt in den Fokus der Industrie, Gesundheitsversorgung, Regulatoren und der allgemeinen Öffentlichkeit. Wir konnten zudem beobachten, dass sich die großen Medizingerätehersteller verstärkt im digitalen Bereich positionieren. Ihren Zugang zu Daten über die eigenen Geräte möchten diese über den Aufbau von digitalen Plattformen und Startup-Kooperationen leveragen. Die Erfolgsfaktoren solcher Plattformen sind eine hohe Nutzerzahl, eine klare Daten-Governance sowie die Interoperabilität verschiedener Lösungen.

3. Das deutsche Modell der DiGA wird im Ausland aufmerksam beobachtet. In Diskussionsrunden sowie Einzelgesprächen konnten wir heraushören, dass es nicht nur Interesse von ausländischen Startups an einen deutschen Markteintritt gibt, sondern sich politische Entscheidungsträger aus ganz Europa mit dem Modell der Erstattungsfähigkeit befassen. Eine europaweite Harmonisierung der Rahmenbedingungen für digitale Gesundheitsanwendungen, welche nachweislich die Versorgungen von Patienten:innen verbessert, wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Hal Wolff, Präsident und CEO der HIMSS, hat sehr treffend gesagt: "Im Grunde genommen bietet sich jetzt insbesondere für Europa die Gelegenheit, die digitale Transformation des Gesundheitswesens zu beschleunigen. Es herrscht ein Geist der Innovation, der Kreativität und der Möglichkeit, das was wir tun, neu zu gestalten, der im Wesentlichen aus der COVID-19-Krise entstanden ist."

Dieser Meinung können wir uns anschließen und sehen einen hohen Mehrwert für die digitale Gesundheitsversorgung in einen grenzüberschreitenden Austausch zugehen, voneinander zu lernen und miteinander zu kollaborieren.

REGULARIEN

Mehr Videosprechstunden in der Psychotherapie

Eine neue Regelung ermöglicht Psychotherapeut:innen ab Juli mehr Videosprechstuden durchzuführen. Die festgesetzte Obergrenze von 30 Prozent gilt dann nicht mehr bezogen auf jede einzelne Gebührenordnungsposition (GOP), sondern auf die Gesamtzahl der im Quartal abgerechneten GOP. Mehr

eRezept-Anbindung an Drittanbieter-Apps steht weiterhin aus

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hatte bereits Ende 2021 eine Verordnung angekündigt, welche die Schnittstellen zwischen der eRezept-App der gematik und Apps von Drittanbietern definieren soll. Auch nach mehrfachem Verschieben wird noch kein Zeitraum für eine Veröffentlichung genannt. Mehr

Erster TI-Anschluss für Pflegezentrum

Als erste Institution in diesem Sektor wird das Regionale Pflegekompetenzzentrum der Gesundheitsregion EUREGIO an die TI angebunden. Dadurch können elektronische Arzt- und Entlassbriefe gesendet und empfangen, aber auch Einblicke in die medizinische Situation der Pflegebedürftigen gewonnen werden. Mehr

Schlechte TI-Bilanz in psychotherapeutischen Praxen

Eine Umfrage des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW) macht deutlich, dass die TI vor allem einen erhöhten Zeit- und Kostenaufwand mit sich bringt, anstatt einen Mehrwert für die Behandlungen zu leisten. 90 Prozent der Befragten Therapeut:innen hatten noch keine Patient:innen mit elektronischer Gesundheitsakte. Mehr

Über 30.000 eRezepte eingereicht

Seit dem 11.06.2022 wurden in Apotheken mehr als 30.000 eRezepte eingelöst. Sind diese von den Krankenkassen abgerechnet, ist ein weiterer Meilenstein und zugleich ein Qualitätskriterium für die eRezept-Testphase erreicht worden. Mehr

Oberlandesgericht (OLG) weist Revision von Shop Apotheke zurück

Das Landgericht Köln hatte dem Versender im vergangenen Jahr untersagt, Werbung für seinen Kooperationspartner und Telemedizin-Anbieter Zava zu machen. Dagegen legte Shop Apotheke Berufung vor dem OLG ein, das jedoch ebenfalls Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz (HWG) und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vernahmen. Mehr

Sicherheitslücken bei DiGAs aufgedeckt

Sowohl bei der App für Burstkrebspatienten „Cankado“ als auch bei „Novego“ zur Bewältigung von Depressionen, konnte sich im Rahmen eines unautorisierten Tests mehrerer DiGAs Zugang zu Gesundheitsdaten verschafft werden. Mehr

Aufschub des Konnektoren-Austausches

Der Präsident des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte, Dirk Heinrich, spricht sich dafür aus, die anstehende Auswechslung von insgesamt 130.000 Geräten zu verschieben. Die Konnektoren, die Arztpraxen mit der Telematikinfrastruktur (TI) verbinden, sollten erst eingebaut werden, wenn die von der gematik angekündigte TI 2.0 funktionsfähig ist, ein reibungsloser Betrieb gewährleistet ist und Praxen nicht mit zusätzlichen Kosten rechnen müssen. Mehr

Zulassung für neue Konnektoren-Generation

Die gematik hat am 10.06.2022 den Konnektor KoCoBox MED+ von CompuGroup Medical (CGM) zugelassen. Ein verbesserter Prozessor, mehr Speicherkapazität und ein neues Design sollen künftig TI-Prozesse voranbringen. Mehr

PICK OF THE WEEK

Was macht ein Krankenhaus zum Digital Champion?

Zu Gast in der aktuellen Podcastfolge von E-Health Pioneers ist der IT-Chef des Klinikums Darmstadt, das bereits zum zweiten Mal die von Focus Money verliehene Auszeichnung als Digital Champion erhalten hat.

Aus diesem Grund ist es umso spannender zu hören, welchen Digitalisierungs-Status quo Gerhart Ertl beschreibt und welche Anschaffungen ein derzeitiger Champion künftig tätigen wird.  

Ertl klärt auf, in welchen Punkten sich Universitätskliniken und kleinere Krankenhäuser hinsichtlich ihrer Digitalisierungsressourcen unterscheiden, ob eine Auszeichnung tatsächlich Bewerber:innen oder gar Patient:innen anlockt und welche digitale Umstellung den stärksten Effekt auf die Versorgung hatte.

Zudem sprechen Andrea Buzzi und ihr Gast darüber, ob die Förderung im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) der richtige Ansatz ist, um Krankenhäuser zu digitalisieren und welche Rolle Tech-Giganten wie Amazon, Google oder Apple zukünftig spielen könnten.

Weitere Insights und vor allem mehr Details könnt Ihr in der Podcastfolge hören.

Happy listening!

Bildquelle: The Medical Network

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