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Digitaler Impfpass

May 27, 2021

BRAINWAVE INSIGHTS

quelle: eigene darstellung

Es wird geimpft!

Das Infektionsgeschehen beruhigt sich derzeit stetig und die 7-Tage-Inzidenz ist am 25. Mai bundesweit sogar auf 58,4 (RKI) gesunken. Am selben Tag haben in Deutschland bereits 40,8% der Gesamtbevölkerung eine Erstimpfung und 14,8% ihre Zweitimpfung erhalten. Aktuell werden also durchschnittlich 7 Personen pro Sekunde geimpft. Nach andauernden Phasen der Einschränkungen schauen nun viele hoffnungsvoll dem Sommer entgegen und im Juni soll der digitale Impfpass nun kommen! Wir haben den aktuellen Stand für Euch zusammengefasst.

EU einigt sich auf COVID-19-Zertifikat

Nach langen Diskussionen hat das EU-Parlament sich in Brüssel nun auf die Einführung eines europaweiten COVID-19-Zertifikats geeinigt. Das Zertifikat enthält Angaben zur COVID-19-Impfung, Tests und überstandenen Corona-Infektionen und soll somit Reisen innerhalb der EU erleichtern. Zunächst muss die Einigung allerdings nochmals von allen Mitgliedstaaten der EU angenommen werden. Die einzelnen Länder müssen dann alle erforderlichen Daten für das Zertifikat digital zur Verfügung stellen. Wann das Impfzertifikat also in den einzelnen Ländern verfügbar sein wird, ist aktuell noch unklar. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) teilte Anfang der Woche mit, dass ein digitaler Impfnachweis voraussichtlich "in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals" bereitgestellt werden kann.

Wie kann das Zertifikat digital gespeichert werden?

Schon im März haben wir Euch darüber berichtet, dass das BMG den Technologiekonzern IBM, das Blockchain-Unternehmen Ubirch, sowie govdigital und Bechtle beauftragt, die App "CovPass" für einen digitalen Impfpass zu entwickeln. Nach der aktuellen zeitlichen Planung bleiben den Unternehmen nur noch wenige Monate zur Entwicklung der App. Dieser Zeitdruck lässt kritische Stimmen lauter werden: die Entwicklung sollte nicht auf Kosten der IT-Sicherheit durchgedrückt werden. Alternativ soll auch die Corona-Warn-App das Impfzertifikat speichern können. Wann wir in Deutschland das Impfzertifikat für Reisen ins EU-Ausland nutzen können bleibt noch fraglich.

Fazit: Der Aufbau einer digitalen Infrastruktur im deutschen Gesundheitswesen ist derzeit von Fristen, Kritik und dem Thema "Datenschutz" geprägt - der ePA und dem eRezept ergeht es nicht anders. Wir haben hier eine klare Meinung: fatale Sicherheitsmangel müssen ausgeschlossen werden, aber dennoch sollten wir starten - auch gern mit einem Minimal-Viable-Product (MVP).

REGULARIEN

Die gematik stellt die neue App zur Verwaltung von eRezepten vor
Ab dem 1. Juli soll die eRezept-App zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen. Somit können Patient:innen digitale Verordnungen empfangen, einlösen, Informationen zur Einnahme und Dosierung der Medikation abrufen und laufende Bestellungen bei der Apotheke einsehen. Teil der App ist zudem ein Apothekenfinder sowie eine Umkreissuch-Funktion, damit Patient:innen leichter eine Apotheke auswählen können. Benötigte Medikamente können anschließend zur Abholung reserviert oder per Botendienst bzw. Versand geliefert werden. Mehr

EU-Parlament und EU-Länder einigen sich auf COVID-19-Zertifikat
Nachdem die Reiseerleichterungen und Restriktionen aufgrund von COVID-19 bis vor Kurzem noch diskutiert wurden, hat man sich nun in Brüssel auf ein einheitliches europaweites Zertifikat zum Nachweis von Coronaimpfungen geeinigt. Wann genau das Zertifikat eingeführt werden soll, ist noch unklar. Mehr

Ulrich Kelber kritisiert, dass nicht alle Informationen für die App vorliegen
Der Bundesbeauftragte für Datenschutz Ulrich Kelber kritisiert Jens Spahn für die Umsetzung des digitalen Impfpasses. Er schließt nicht aus, dass es zu weiteren Verzögerungen bei der Planung kommen wird, da bislang noch nicht alle Details zum digitalen Impfpass bei ihm eingetroffen seien. Gerade der Datenschutz müsse am Anfang der Planung integriert werden, damit nicht erhöhte Kosten- und Zeitaufwände entstünden. Mehr

PICK OF THE WEEK

Bald erwartet Euch schon unser nächstes Special zur Digitalisierung der Reha! Zur Einstimmung haben wir für diese Woche schon einen thematisch passenden Podcast herausgesucht:

In der neuen Folge des Visionäre der Gesundheit-Podcasts spricht Inga Bergen mit Dr. med. Shari Langemak. Die studierte Medizinerin ist CEO des Reha-Startups Relearnlabs und entwickelte in Zusammenarbeit mit Ihrem Team die Telemedizin-Plattform ALVE.

Dr. med. Shari Langemak hatte eigentlich gar nicht geplant selbst zu gründen, aber während Sie in einer Schweizer Klinik für den Bereich Reha zuständig war, ist Ihr aufgefallen, welches digitale Potenzial dort bereits vorliegt. Aufgrund der technologischen Ausstattung, Forschung und Robotik lag es einfach nahe, langfristig ein telemedizinisches Angebot daraus zu erschaffen.
Das entstandene Produkt ALVE ist vor allem als Tele-Reha-Nachsorge Tool gedacht, wird aber auch schon in großen deutschen Praxen als Teletherapie für die Logopädie, Ergo- und Physiotherapie eingesetzt. Dr. med. Shari Langemak betont außerdem, dass die vielen Komponenten um die Patient:innen herum schwer messbar sind. Die Reha muss Ihrer Meinung nach innovieren, da sie sonst nicht mehr lange erhalten bleiben wird.

Happy Listening!

Bildquelle: Visionäre der Gesundheit


Den gesamten Newsletter mit Presseschau und einem Überblick der Finanzierungsrunden im Digital Health Startup Markt findest Du hier
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