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Der Zwischenbericht des DigitalRadars ist da!

September 29, 2022

BRAINWAVE INSIGHTS

Bildquelle: iStock / elenabs

Der Zwischenbericht des DigitalRadars ist da!

Was der "DigitalRadar Krankenhaus" ist und wie damit der digitale Reifegrad deutscher Krankenhäuser bestimmt werden soll, haben wir Euch bereits im Februar erläutert. Zu diesem Zeitpunkt waren zunächst nur erste Ergebnisse bekannt. Vor zwei Wochen hat das Konsortium um den DigitalRadar die Ergebnisse und Analysen des ausführlichen Zwischenberichts in einem Webinar vorgestellt. Die Inhalte haben die Stärken und Schwächen der teilnehmenden 1.624 Krankenhäuser bezüglich ihrer digitalen Reife verdeutlicht. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir für Euch zusammengefasst:

Öffentliche Träger schreiten voran

Die Frage nach den Unterschieden in der Trägerschaft von Krankenhäusern wird im Gesundheitswesen schon lange heiß diskutiert, jedoch ist die Antwort selten so eindeutig ausgefallen, wie in der digitalen Reife nach dem DigitalRadar-Score. Die öffentlichen Häuser haben gegenüber den privaten und freigemeinnützigen Häusern in fast allen Dimensionen und somit auch insgesamt den höheren Score erzielt. Private Träger schneiden lediglich in den beiden Dimensionen Patientenpartizipation sowie organisatorische Steuerung und Datenmanagement am besten ab.

Je größer das Krankenhaus desto besser

Für die Analyse wurden die Krankenhäuser nach ihrer Planbettenzahl in vier Gruppen eingeteilt: Grundversorger (kleiner 250), Regelversorger (250 bis 500), Zentralversorger (501 bis 700) und Maximalversorger (größer 700). Je größer das Krankenhaus, desto höher ist auch der Score auf allen Dimensionen ausgefallen. Zu beachten ist hier jedoch, dass die Streuung der Score sehr groß war, d.h. es gibt sowohl große Häuser mit einem sehr niedrigen Score, als auch kleine Häuser mit einem sehr hohen Score.

Der fehlende Breitbandanschluss

Für Digitalisierung im Krankenhaus braucht man eine ausreichend schnelle Internetverbindung. Nicht verwunderlich ist deshalb, dass das Thema Breitbandanschluss viel mediale Aufmerksamkeit erhalten hat. In den Ergebnissen des Zwischenberichts wird schnell deutlich, dass viele Häuser hier nicht gut aufgestellt sind. 911 Häuser berichten Datenübertragungsraten zu haben, die geringer als 500 Mbits/s sind und 23 haben anscheinend gar keinen Breitbandanschluss. Auch auf dem Gebiet der Übertragungsraten schneiden die öffentlichen und die größeren Häuser besser ab, z.B. sind 21 der 23 Häuser ohne Breitbandanschluss Grundversorger.

Blaupausen und weitere Analysen

Laut dem Konsortium können durch die Analyse der ersten Datenerhebung nicht nur Handlungsfelder für den Ausbau der Digitalisierung identifiziert werden, sondern Krankenhäuser und Behörden auch befähigt werden Digitalstrategien abzuleiten. Möglicherweise kann der DigitalRadar in Zukunft auch als Blaupause für andere Bereiche, wie z.B. den ambulanten Sektor, verwendet werden. Außerdem wird es auch noch weitere Analysen hinsichtlich der Qualität und finanziellen Stabilität der Krankenhäuser geben. Fazit: Durch die hohe Teilnehmerzahl gibt der DigitalRadar spannende Einblicke in verschiedene Bereiche der digitalen Reife deutscher Krankenhäuser. Deutlich wird, dass vor allem die Grundversorger so weit zurückliegen, dass der Rückstand spätestens mit der Pönalisierung der Fördertatbestände kaum noch aufgeholt werden kann. In unseren Augen liegt eine große Chance des DigitalRadars darin, zu verstehen, was digitalere Krankenhäuser anders machen.

REGULARIEN

Bundeskabinett beschließt Krankenhauspflegeentlastungsgesetz (KHPflEG)

Am Mittwoch (14.09.) wurde der Entwurf zur Personalbemessung im Krankenhaus sowie zur Anpassung weiterer Regelungen im Krankenhauswesen und in der Digitalisierung beschlossen. Dieser legt u.a. fest, dass elektronische Zugangsdaten zum eRezept (eRezept-Token) nicht über Schnittstellen übermittelt werden dürfen. Auch sind neue Fristen für die Einführung von TI-Anwendungen vorgesehen, wie z.B. für das eRezept für DiGAs. Mehr

DiGA Rehappy aus BfArM-Verzeichnis genommen

Seit dem 26. September ist die DiGA Rehappy nicht mehr im DiGA-Verzeichnis gelistet und darf dementsprechend nicht mehr verschrieben werden. Zu dieser Entscheidung kam das BfArM nach Prüfung der eingereichten klinischen Studie, trotz Nachweis signifikant positiver Versorgungseffekte. Mehr

Erstens Gesundheitsamt an die TI angeschlossen

Als erstes Gesundheitsamt in Deutschland wurde das Amt Kreis Trier-Saarburg an die TI angebunden. Damit erhält eine neue Nutzergruppe Anschluss an die Infrastruktur des Gesundheitswesens. In diesem Jahr sollen noch viele weitere Ämter folgen. Demnach können Gesundheitsämter bald Befunde oder Diagnosen von Ärzt:innen über KIM erhalten. Mehr

TI-Dashboard zeigt Downloadzahlen der eRezept-App

Seit Kurzem kann neben den eingelösten eRezepten auch die Häufigkeit der heruntergeladenen eRezept-App auf dem TI-Dashboard der gematik eingesehen werden. Mehr

Ärzt:innen nutzen vermehrt KIM

Die Zahlen des TI-Dashboards steigen zunehmend und verzeichnen den Trend, dass KIM deutlich beliebter als das eRezept ist. Der Versand von eAUs lag im August bei etwa sechs Millionen, während es drei Monate zuvor noch 1,5 Millionen waren. Für die eArztbriefe liegen die Zahlen im August bei etwa 320.000, drei Monate zuvor waren es gerade 190.000. Mehr

gematik-Chef spricht über die Potenziale der TI 2.0

Bei der Handelsblatt Jahrestagung am 08. November hält der CEO der gematik, Dr. Markus Leyck Dieken, eine Keynote zu den Themen eRezept, ePA opt-Out und TI-Messenger. Im News-Blog der Konferenz ist bereits jetzt ein Beitrag zu den nächsten Schritten veröffentlicht worden. Mehr

Apotheken müssen Kartenterminals umrüsten

Um eine technische Störung zu vermeiden, bei der die neuen NFC-fähigen eGKs die Systeme von Apotheken lahmlegen könnten, müssen Apotheken mit anfälligen eHealth-Kartenterminal-Typen bis zum 30. September neue Aufsteckgeräte beschaffen. Mehr

PICK OF THE WEEK

Der CEO von Shop Apotheke ist zu Gast im OMR-Podcast

In der 526. Folge des OMR-Podcasts spricht CEO Stefan Feltens über die Business-Seite von Shop Apotheke sowie die Komplexität des Marktes, die durch starke Regulierungen geprägt ist.Zusammenfassend beantwortet Feltens folgende Fragen:

  • Wie ist Shop-Apotheke entstanden?
  • Wieso stockt der Online-Handel mit Medikamenten in Europa?
  • Wie funktioniert das E-Rezept und warum ist in Deutschland alles so kompliziert?
  • Warum wird der Konkurrent Zur Rose mit Private Equity in Verbindung gebracht?
  • Wie blickt Stefan Feltens auf den Telemedizin-Markt?

Hier kommt Ihr zur Folge.

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